Dienstag, 31. März 2015

Ich bin Malala

Ich bin Malala
Malala Yousafzai

Ihre Geschichte sorgte international für Erschütterung: Am 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg von Taliban-Kämpfern überfallen und brutal niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Obendrein führte sie für die BBC ein vielbeachtetes Blog-Tagebuch über ihren Alltag unter den Islamisten. Damit war ihr Todesurteil gefällt. Die Kugel traf Malala aus nächster Nähe in den Kopf; doch wie durch ein Wunder kam das mutige Mädchen mit dem Leben davon.
Schon kurz danach hat sie erklärt, dass dieser Anschlag sie nicht davon abhalten wird, auch weiterhin für die Rechte von Kindern, insbesondere Mädchen, einzutreten. Dies ist ihre Geschichte.


Ich will ehrlich sein: eigentlich hatte ich gar nicht vor dieses Buch zu lesen. Aber meine Nachbarin hat es mir einfach in die Hand gedrückt und gemeint, wenn ich fertig bin soll ich es wieder bringen... Tja, also gut, dann fange ich mal an: Das Buch ist...hm...sehr bewegend und regt zum Nachdenken an. Schon nach dem Prolog hatte ich Gänsehaut. Malala erzählt, wie es zum Attentat gekommen ist und wie sie darüber denkt, was sie bewegt und was ihr Kraft zum Weiterkämpfen gibt.

 B.S. 18: zwei Männer halten den Bus an und einer fragt: "Wer ist Malala?" Niemand sagte ein Wort, doch einige Mädchen sahen im meine Richtung. Er hob den Arm und zeigte auf mich. Ein paar Mädchen schrien. Ich drückte Monibas Hand. Wer ist Malala? Ich bin Malala, und dies ist meine Geschichte.

 Das war die Stelle, an der ich das Buch unbedingt lesen wollte. In den letzten zwei Sätzen steckt so viel Dramatik... Im ersten Kapitel stellt sie sich vor, was sie mag und was ihre Hobbys sind. Nach und nach lernt man ihre Familie näher kennen, den Ort an dem sie lebt und die Kultur, die für die westlichen Menschen so unbegreiflich ist. Dort gibt es Frauen, sie sind Anfang vierzig und stehen auf dem Marktplatz, sie können nicht einmal das Schildchen lesen auf dem der Name des Obstes steht... Malala erzählt von der Schule, die ihr Vater gegründet hat und wie sehr sie das Lernen liebt. Auch welche Probleme sie haben und welche die Taliban mit sich bringen... Mehr und mehr hat mich dieses Buch gefesselt, auch wenn ich wusste das Malala überleben wird, an Spannung hat es hier keineswegs gefehlt. Was bei ihr abgegangen ist, klingt so absurd und war dennoch Realität und sogar teilweise ihr Alltag: Bombenangriffe und tägliche Auspeitschungen und Hinrichtungen. Schulen für Mädchen werden zerstört, weil der Führer der Taliban der Meinung ist, das dies dem Koran widerspreche. Jeden Morgen hoffte Malala, das die Schule ihres Vater nicht in der Nacht zerstört wurde. Denn für sie und ihre Familie war es nachts (2008) am Schlimmsten.

 B.S. 84 Eines Nachts, als es zu einer Explosion in nächster Nähe unseres Hauses kam, schmiegte ich mich an meinen Vater. "Hast du jetzt Angst?", fragte ich. "Nachts ist unsere Angst groß, Jani", entgegnete er. "Aber am Morgen, wenn das Licht kommt, finden wir neuen Mut."

 Ich finde, auch eine sehr berührende Stelle. Hier wird auch nochmal deutlich, wie sehr Malala und ihr Vater an die Wahrheit glauben und zu dem stehen für das sie kämpfen. Immer und immer wieder erzählt Malala in ihrer Biografie, dass sie oft wütend war. Aber auch ängstlich, weil sie nie wusste was der nächste Tag bringen würde. Es war nie ganz sicher, ob die Armee die Taliban wirklich vertrieben hat. Denn die Taliban haben es immer wieder geschafft für Angst und Schrecken unter den Menschen zu sorgen und die Angst auszunutzen. Malala hat trotz ihrer Angst weiter für das Recht der Mädchen auf Bildung gekämpft. Sie hat Interviews gegeben, unter Pseudonym einen Blog für BBC geschrieben und ist weiterhin zur Schule gegangen, obwohl die Taliban es doch eigentlich verboten haben. Auch als die Taliban versucht haben sie umzubringen, sind sie gescheitert, denn Malalas Geschichte und ihr Kampf für die Bildung von Mädchen ist in der ganzen Welt bekannt geworden. An ihrem 16. Geburtstag durfte sie eine Rede vor den Vereinten Nationen halten.

 Hier ist ihre Rede: B.S. 230/231 "Liebe Brüder und Schwestern, denkt daran: Der Malala-Tag ist nicht mein Tag. Heute ist der Tag jeder Frau, jedes Jungen und jedes Mädchens, die ihre Stimme für ihre Rechte erhoben haben. Tausende Menschen sind von den Terroristen getötet worden und Millionen verletzt. Ich bin nur eine von ihnen. Hier stehe ich... ein Mädchen von vielen. Ich spreche nicht für mich, sondern für alle Mädchen und Jungen. Ich erhebe meine Stimme, nicht um zu schreien, sondern um denjenigen Gehör zu verschaffen, die keine Stimme haben. Die für ihre Rechte gekämpft haben: Ihr Recht, in Frieden zu leben. Ihr Recht, mit Würde behandelt zu werden. Ihr Recht auf Chancengleichheit. Ihr Recht auf Bildung. Am neunten Oktober 2012 haben die Taliban auf mich geschossen und meine linke Stirnseite getroffen. Sie haben auch auf meine Freundinnen geschossen. Sie dachten, die Kugeln würden uns zum Schweigen bringen, doch sie sind gescheitert. Denn aus der Stille erhoben sich Tausende Stimmen. Die Terroristen dachten, sie könnten uns von ihren Zielen abbringen und unseren Willen brechen, doch in meinem Leben hat sich nur eins geändert: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit sind gestorben. Stärke, Kraft und Mut wurden geboren. Ich bin dieselbe Malala. Meine Ziele sind dieselben. Meine Hoffnungen sind dieselben. Meine Träume sind dieselben. Ein Kind, ein Lehrer, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern."

 Ich bin Beeindruckt von dem was Malala getan hat, wie sie sich von dem was,ihr passiert ist, nicht unterkriegen lässt und immer wieder für die Rechte von Jungen und Mädchen auf Bildung kämpft. Auch wenn mir als Westlerin, die Lebensumstände der Frauen in Pakistan unverständlich sind, okay, einen Teil versteht man. Aber dennoch ist es und ich denke es wird auch noch so bleiben, dass ich es mir als Mädchen in Deutschland nicht vorstellen kann, dass ich mal nicht zur Schule gehen darf, weil ein Pfarrer sagt, das widerspricht der Bibel... Ich empfehle jedem das Buch weiter, es hat mich sehr bewegt und beeindruckt. Mich hat es kurz aus meinem Alltag gerissen und mir eine ganz andere Kultur vorgestellt, in der es nicht selbstverständlich ist, als Mädchen zur Schule zu gehen und wie Malala für dieses Recht kämpft.

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