Samstag, 11. Juli 2015

Die Farben des Blutes - Die rote Königin

Die Farben des Blutes - Die rote Königin
Victoria Aveyard

Rot oder Silber – Mares Welt wird von der Farbe des Blutes bestimmt. Sie selbst gehört zu den niederen Roten, deren Aufgabe es ist, der Silber-Elite zu dienen. Denn die – und nur die – besitzt übernatürliche Kräfte. Doch als Mare bei ihrer Arbeit in der Sommerresidenz des Königs in Gefahr gerät, geschieht das Unfassbare: Sie, eine Rote, rettet sich mit Hilfe besonderer Fähigkeiten! Um Aufruhr zu vermeiden, wird sie als verschollen geglaubte Silber-Adlige ausgegeben und mit dem jüngsten Prinzen verlobt. Dabei ist es dessen Bruder, der Thronfolger, der Mares Gefühle durcheinander bringt. Doch von jetzt an gelten die Regeln des Hofes, Mare darf sich keine Fehler erlauben. Trotzdem nutzt sie ihre Position, um die aufkeimende Rote Rebellion zu unterstützen. Sie riskiert dabei ihr Leben – und ihr Herz …





Was ein Buch! Ich bin begeistert! Liebe, Macht und Intrigen bilden hier echt eine explosive Mischung. Action kommt hier auch nicht zu kurz und man wird ordentlich auf Trab gehalten!
Die Idee dahinter ist nicht ganz unbekannt, dafür aber ganz großartig umgesetzt worden. Auch die Welt ist wirklich beeindruckend aufgebaut, wie in einem Märchen.

S. 225
Wir erheben uns, rot wie die Morgendämmerung.

Sehr schöner Leitspruch! Aber was sagte noch mal Legolas in der Herr der Ringe?
-> "Eine rote Sonne geht auf; heute Nacht ist Blut vergossen worden."

S. 315
Für euch alle bricht die Morgendämmerung an.

Mare meistert das Ganze alles recht gut und trotzdem bleibe ich misstrauisch. Denn viele Charaktere sind hinterlistig, gewissenlos und einfach nur grausam. Königin und Co. lassen grüßen...

Die ersten 300 Seiten sind wirklich sehr grandios, beeindruckend und wortgewaltig. Da geht wahrlich die Post ab. Auch wenn man ziemlich schnell merkt, dass Mare mehr Selbstbewusstsein nötig hat und das eindeutig! Kilorn ist ein super Freund, er hält meistens zu Mare. Er hat nur einmal einen kleinen Aussetzer, den kann ich ihm verzeihen. Bei Cal und Maven wird es schwieriger. Cal ist mir zu engstirnig. Als Kronenprinz hat er später ein Königreich zu regieren und sein Ansatz, das Volk besser zu kennen um ein guter König zu werden, ist ja ganz nett, aber kann der nicht verdammt noch mal von seinem hohen Ross runter kommen?! Ist ja furchtbar! Kygo in Eona hat genau dasselbe Problem. Sie begreifen einfach nicht, dass wenn sie ihrem Volk helfen wollen, einsehen müssen das sie stinknormale Menschen sind. Denn nur wenn sie einsehen, dass sie nur ein Titel bzw. silbernes Blut und die dazugehörigen Fähigkeiten von den Normalen unterscheidet, können sie erst wirklich helfen, weil sie erst dann richtig denken. Vorher werden sie immer an ihrem Erbe, ihrem gesellschaftlichen Stellenwert als König/Kaiser, hängen bleiben bzw. daran scheitern die zweite Möglichkeit zu sehen! Sprüche wie: Ich hatte keine Wahl!, ziehen nicht. Man hat IMMER eine Wahl, nur sind manchmal die Möglichkeiten einer Wahl und deren Folgen nicht besonders vielversprechend und aussichtsreich. - Ach und dann wäre ja noch das Problem mit Mare und gewissen anderen Personen, die nicht merken wie engstirnig ihr Verhalten ist. Ich meine, Mare verhält sich so wie sie muss. Sie hat ein Ziel mit Gründen die mehr als verständlich sind. Und dann kommen Leute wie Lucas und bezeichnen sie als egoistisch. Aha. Aber jemanden wie ein Tier zu behandeln, ihn als nichts Wertvolles erachten und für jeden Mist verantwortlich zu machen, an dem alle schuld sind, das ist natürlich in Ordnung... Kenne ich,... aus Eona. Ryko lässt grüßen...
Zurück zu Maven. Der hat mich ziemlich misstrauisch gemacht und (Achtung: SPOILER!) am Ende bewahrheitet sich auch mein Misstrauen. Maven hat gelogen, Mare um den Finger gewickelt, mit ihr gespielt und ihre Naivität, Unwissenheit und ihre Ziele zu seinen Gunsten ausgenutzt. Dabei spielt er noch natürlich Cal gegen Mare aus und letztendlich ist der Hass das Einzige was sie noch verbindet... Im Übrigen: Ich mag keine Dreiecksbeziehungen oder was darüber hinaus geht!

S. 461
"Ich habe dir niemals gehört, und du hast mir auch nie gehört, Maven", herrsche ich ihn an. "Aber nicht seinetwegen. Ich habe gedacht, du wärst perfekt. Stark und mutig und gut. Ich habe gedacht, du wärst besser als er." Besser als Cal.

Super Aussage oder? Manchmal schein Mare ihren Mut und ihr Selbstbewusstsein doch noch mal zu finden. Da liegt auch der Hase im Pfeffer, das ist der Grund warum ich dem Buch nur vier von fünf Sternen gebe. Mare hätte sich mehr zu trauen können. Sie hätte egoistischer, betrügerischer und gewissenloser sein müssen, sie hätte sich einfach nur ihrer Umgebung anpassen müssen. Ihre Gewissensbisse, Entschuldigungen und Ängste wie vor dem Tod oder dem Versagen gehören an solch einen Ort wie den Palast nicht hin. Mit solch einer Einstellung war das Ganze ja nur zum Scheitern verurteilt.

Fazit:
Ich hoffe, dass im nächsten Teil sich alle zusammen raufen und einen kühlen Kopf behalten werden. Denn gegen Ende sind es mir viel zu viele Schwächen die die Charaktere stolpern lassen und das Bild, das ich während der ersten 300 Seiten gewonnen habe, bröckeln lassen. Also, vier von fünf Sternen mit der Tendenz zum Suchtbuch. Ein Sternchen fehlt und es wäre eins, aber so ist das jetzt mal und ich kann nichts daran ändern, außer zu hoffen, dass es die Autorin im nächsten Band noch besser macht!


Links:
Die Farben des Blutes - Die rote Königin

Victoria Aveyard

Liebe Grüße,
Isana Nadeya

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