Freitag, 31. Juli 2015

Love Letters to the Dead

Love Letters to the Dead
Ava Dellaira

 
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …
 
 
 
Das Buch ist die reinste Katastrophe (positiv wie negativ)! Ich war so gespannt auf das Buch und die ersten hundert Seiten waren auch noch in Ordnung! Die waren wirklich schön! Und bis dahin ging mir Laurel auch nicht auf die Nerven, aber dann... Anfangs schien sie der typische, amerikanische Teenie wie aus den Hollywood Filmen zu sein. Total versessen darauf mit der Menge zu gehen, cool zu sein wie alle anderen und schön anderen nach eifern, Hauptsache nicht sich selbst treu bleiben... Aber das Ganze hat sich echt verschlimmert. Laurel hat sich richtig rein gesteigert, wie ihre große Schwester May zu sein. Dass das letztendlich voll in die Hose geht, war ja vorherzusehen... Dieses Hin und Her zwischen kluge Sprüche klopfen, andere Menschen richtig beurteilen und Selbstmitleid und teilweisem Selbsthass bzw. dem großen Mysterium: Mays Tod, ging mir nach 'ner Zeit auch gewaltig auf die Nerven.
 
S. 86
In diesem Moment hab ich ganz deutlich gespürt, das etwas zwischen mir und der Welt steht. Etwas wie eine Glasscheibe, die zu dick ist, um sie zu durchbrechen.

Jupp, stimmt. Laurel sich selbst. Aber bis sie zu dieser Erkenntnis kommt dauert es ungefähr 300 Seiten.
Fast 300 Seiten in denen Laurel sich immer und immer wieder im Kreis dreht. Danach lüftet sich das Geheimnis um Mays Tod, Laurel erkennt die Wahrheit und findet zu sich selbst. Ihre Familie findet halbwegs zu einander, ihre Tante (die wirklich ein wenig strange ist) findet sie doch nicht mehr so komisch, diese verhält sich auch mal endlich entspannter und findet sogar einen Mann... Ein Happy End das, mehr oder weniger durch die Schlüsselszene, ganz abrupt kommt und meiner Meinung viel zu schnell... Ich würde nämlich nicht sagen das da eine Entwicklung bzw. eine wachsende Veränderung zu erkennen war.
Letztendlich finde ich es nicht sehr berührend, Mays Tod war dann doch mehr ein Unfall als eine riesige, dramatische Tragödie, wie es mir beim Lesen vorkam. Laurel macht sich da voll verrückt: Hätte ich bloß den einen Satz nicht gesagt, sie hätte es nicht getan... (will nicht zu viel verraten, May hat aber nicht Suizid begangen) Der Satz war dann doch relativ unspektakulär, wobei das Geschehene dahinter dann doch extrem krass ist und ich schlussendlich sagen muss, dass mir May ein wenig unsympathisch geworden ist. Klar sie hat's gut gemeint, aber dabei hat sie dann doch vergessen auf ihre kleine Schwester aufzupassen und ist ziemlich verantwortungslos geworden...

Fazit:
Ich bin mir nicht sicher ob ich sagen soll, dass ich mehr erwartet habe oder etwas anderes. Läuft aber auf dasselbe hinaus: Das Buch ist ausbaufähig. Erst die letzten hundert Seiten waren richtig spannend und der Rest so lala. Ich denke das Buch wäre viel cooler geworden, wenn wir eine Protagonistin hätten die mal aus der Menge raussticht, weil dieser Herdentrieb ist echt zum Kotzen! So bekommt das Buch nur drei Sterne. Vielleicht spricht es euch mehr an, mich hat es ein bisschen enttäuscht.

Links:
Love Letters to the Dead

Ava Dellaira


Liebe Grüße,
Isana

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