Samstag, 2. April 2016

Die Traumknüpfer

Die Traumknüpfer
Carolin Wahl


In einer Welt, in der Frühling, Sommer, Herbst und Winter über die Träume mit den Menschen verbunden sind, liegt das Schicksal der vier Jahreszeitenvölker in den Händen der Traumknüpferin Udinaa. Doch als Udinaa – halb Mensch, halb Göttin – erwacht, zerbricht ihr Traum in Abermillionen magische Splitter. Jeder einzelne dieser Splitter verleiht, einmal gefunden, dem Träger die Macht der Götter. Als die Traumsplitter in die Hände eines Verräters fallen, scheint ein gewaltiger Krieg unausweichlich. Einzig Kanaael, der Prinz der Sommerlande, und Naviia, eine junge Clansfrau aus dem Wintervolk, vermögen den Lauf des Schicksals noch zu wenden ...

Lang erwartet und lang ersehnt; und jetzt auch endlich gelesen! Wie schon der Klappentext andeutet, ist dieses Buch ein bisschen anders als seine High-Fantasy Kollegen. Hier spielen Götter und ihre drei magischen Fähigkeiten (Seelensänger, Traumtrinker und Weltenwandler) eine große Rolle, insgesamt ist das Buch sehr traumlastig, was durchaus positiv gemeint ist ;-) Mir hat die Idee dieser, für mich und sicherlich auch allgemein, neuen Art von Magie sehr gefallen! Auch wie das Ganze miteinander verknüpft und harmoniert hat, ist der Autorin wirklich gut gelungen. Insgesamt hat sie eine wirklich großartige Welt erschaffen, die sehr viel mehr Potenzial in sich trägt als diese eine Geschichte. Man merkt während des Lesens schnell wie viel Arbeit und Liebe in der Erschaffung dieser Welt steckt und wie detailreich sie aufgebaut ist. Auch wie Ereignisse aufeinander aufbauen und der Dominoeffekt waren klasse geschrieben. - Der Schreibstil der Autorin war detailliert und flüssig, also genau das Richtige für High-Fantasy. Dennoch denke ich, dass einige Passagen im Buch für die Handlung unwichtig und somit überflüssig sind. Denn teilweise wurde es mir dann doch etwas langweilig.
Auch waren mir viele Charaktere etwas zu einfach und leicht klischeehaft gestrickt. Kanaeel z. B. war mir teilweise zu kindlich und Naviia zu rachsüchtig, hier hat einfach das Auge für die Feinarbeit der Charaktere gefehlt. Aber dafür hat die Autorin mich mit zwei anderen Charakteren wirklich sehr positiv überrascht, denn in dem Buch sind zwei Lesben zu finden, die zwar auf der bösen Seite stehen ;-), ich aber dennoch sehr faszinierend und großartig gestaltet finde! Was alle Charaktere aber betrifft ist, dass sie alle doch recht blass wirken und man über ihren Charakter nicht viel erfährt, zumindest habe ich das so gelesen.

(Achtung: Spoiler!)
Zudem gab es die ein oder andere Liebesgeschichte. Zwischen Kanaeel und Wolkenlied hat sich eine entwickelt, die mir persönlich etwas zu schnell ging, daher wirkte auch Kanaeels Trauer um Wolkenlied etwas zu unrealistisch. Ebenso waren mir die aufkeimenden Gefühle gegen Ende zwischen Ashkiin und Naviia etwas zu heftig und abrupt, ich habe zwar etwas in der Richtung erwartet/erhofft, aber insgesamt ging das dann doch etwas zu schnell.

Fazit:
Die Autorin zeigt durchaus, dass sie sehr talentiert schreiben kann, jedoch noch nicht sonderlich darin geübt ist, da einfach sehr viele kleine Stolpersteine in der Geschichte zu finden sind. Es ist der letzte Schliff der dem Buch fehlt, der den Charakteren Tiefe gibt und sie interessant macht, aber auch der Story fehlt es hin und wieder an Feuer unterm Hintern ;-)
Das Buch bekommt (trotzdem) vier von fünf Sternen und ist High-Fantasy Lesern durchaus zu empfehlen!

Die Traumknüpfer

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