Mittwoch, 7. Dezember 2016

17 - Das erste Buch der Erinnerung

17 - Das erste Buch der Erinnerung
Rose Snow

Bildquelle
Format: TB
Seiten: 275
Preis: 9,90€
Erscheinungsdatum: 24. 11. 2016
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1540563828
Inhalt:
Seit Jo denken kann, zieht sie mit ihrem Vater von Ort zu Ort, fast, als wären sie auf der Flucht. Als er ihr eröffnet, dass sie nun ausgerechnet im nasskalten Hamburg sesshaft werden sollen, hält sich ihre Begeisterung in Grenzen. Bis sie in ihrer neuen Schule zwei gutaussehenden Jungs begegnet, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Adrian, der Jo bewusst auf Distanz hält, und Louis, der sich offensichtlich für sie interessiert. Die zwei Jungs verbindet eine geheimnisvolle Rivalität, die Jo nicht zu deuten weiß – aber noch weniger versteht sie, was gerade mit ihr selbst los ist. Was für Bilder tauchen plötzlich in ihrem Kopf auf? Hat sie Halluzinationen? Oder sind das tatsächlich fremde Erinnerungen, in die sie kurz vor ihrem 17. Geburtstag auf einmal blicken kann? Quelle



Meine Meinung: (Spoiler) Die erste Hälfte des Buches finde ich sehr gelungen. Die Autorinnen haben mich mit viel Witz, schlagfertigen Antworten und einer guten Idee (die Erinnerungen) sehr unterhalten. Die beiden Autorinnen haben einen super Schreibstil und man merkt nicht, dass dabei zwei verschiedene Personen im Spiel sind ;-) Ich habe sogar die ein oder andere Stelle mit einem Post-It versehen, weil sie mich so sehr zum Schmunzeln gebracht hat. - Das war es aber auch schon leider mit dem Guten.

Zu Beginn und im Laufe der ersten Hälfte hat es mich nicht sonderlich gestört, weil diese Dreiecksbeziehungen sowieso schon fast Alltag sind unter den Jugendbüchern, aber ab der zweiten Hälfte haben die Klischees leider die Oberhand gewonnen. - Zu erst jedoch zu den Charakteren. Wir haben eine Protagonistin, die zwar nicht auf den Mund gefallen ist und auch gut im Rächen ist, was Streiche unter den Schülern betrifft, aber von diesem Selbstbewusstsein ist nichts mehr zu lesen sobald Adrian auftaucht. Der Badboy. Verurteilte Jo ihre Mitschülerinnen zuvor selbst noch als "hormongebeutelt" wie die Autorinnen so schön schreiben, beginnt sie selbst ihn anzustarren und von ihm zu träumen und ja... Die Belesenen unter euch, wissen ja wie so was ausarten kann. Stummheit, Nervosität, ständiges Starren, rot anlaufen und lauter nervige Hormone und gaaanz viel Naivität.
Adrian, der überaus gut aussehende junge Mann, mit dem dunklen Haar, stechend grünen Augen, Muskeln und markanten Wangenknochen. Der Badboy, der ja eigentlich der Gute ist und lammfromm ist aber einen auf harter Junge macht, weil er ja eine ach so schwere Kindheit hatte. Letzteres ist geraten, weil das bisher IMMER so war.
Dann ist da noch Louis. Bei dem hatte ich ja direkt dieses Bauchgefühl, dass da was im Busch ist. Und ja, Louis ist der Wolf im Schafspelz! - Ach ja, eine Wette gibt es übrigens auch. Obwohl sich ein paar Seiten später herausstellt, dass Louis und Adrian doch nicht um Jos Jungfräulichkeit gewettet haben bzw. wer sie als erstes rumkriegt; ist diese "Idee" auch schon Suppe von vor ein paar Jahren. Ehrlich, würde mir das passieren, würde ich mich erstmal kringeln vor lachen und fragen in welchen Teenie/Highschool-Film ich bloß gelandet bin. Klischeehafter geht es nicht! - Doch. Wenn der heiße Badboy sich über die Protagonistin beugt, sie seinen heißen Atem auf der Haut spüren kann und seine dunkle Stimme ihr Worte ins Ohr wispern und seine Lippen sich gefährlich nah an den ihren befinden... Sanft legen sich seine geschwungenen Lippen auf die ihren, ihr stockt der Atem und sie hört ein hungriges Knurren. Er drückt sich näher an sie, wird fordernder und bricht dann alles ab. Und so was sagt wie: "Wir können das nicht tun. Es ist gefährlich. Wir sind Feinde." Seine Augen durchbohren sie kalt und ihre ganze Welt bricht zusammen. - Sorry. Geht gar nicht. Bei solchen Szenen will ich ganz schnell weg, weil ich das Gefühl habe in einem Erotikroman gelandet zu sein und nee. Da kriege ich Gänsehaut, weil ich es... eklig finde. Die bösen Jungs sind IMMER die hungrigen, wilden Tiere die über die braven Lämmchen äh Mädchen herfallen wollen. Argh. In so was kann ich mich reinsteigern. - Lassen wir es an dieser Stelle gut sein.

Zusammengefasst sind insbesondere Louis und Adrian typische Charaktere eines Jugendbuches und Jo rutscht im Laufe des Buches leider auch immer mehr in Richtung Stereotyp ab. Die zweite Hälfte wimmelt nur von Klischees und da hoffe ich sehr, dass es in den folgenden Bänden sich bessern wird. Da der zweite Teil bereits erschienen ist, kann man es ja beim dritten Band beherzigen... - Finn ist meiner Meinung nach einfach total ungezogen und mehr als rotzfrech! Er ist, sorry, wirklich ein richtiger Ar***. Das ist aber keine Kritik, sondern nur eine Feststellung meinerseits. Seine Mutter, die nicht gerade den Anschein macht, durchsetzungsfähig oder gar streng zu sein, hat in ihrem Job als Mutter auf jeden Fall versagt. Kuchen backen, weil der Sohnemann motzig ist, ist keine gute Erziehungsmethode. Kein Wunder, dass der das Gefühl hat alles hinterher geworfen zu bekommen. - Mein liebster Nebencharakter ist immer noch Conny. Auch wenn sie ebenfalls Adrian verfallen ist, machen sie ihr verrückter Kleidungsstil, ihre Art und ihre Karotten sehr sympathisch!

Fazit: (SpoilerFREI)
Drei von fünf Sternen. Zu viele Klischees und zu viel Oberflächlichkeit. Aber auch mit Witz, einer guten Idee und einem guten Schreibstil ausgestattet!

Vielen Dank an die beiden Autorinnen für das Rezensionsexemplar!

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