Mittwoch, 17. Mai 2017

Der Monsterjäger und die Prinzessin der Dämmerung

Der Monsterjäger und die Prinzessin der Dämmerung
Michael Karner

Bildquelle
Format: E-Book

Seiten:  297 Seiten

Preis:  3,99€

Erscheinungsdatum: 01.05.2017

Verlag: Self-Publishing

ISBN:  B071DN6X5G

Inhalt: Praya ist die Prinzessin des Juwels der Wüste, doch etwas ist besonders an ihr. Um ihre ewige Jugend zu bewahren, wurde sie in einen Tiefschlaf versetzt. Als der junge, ehrgeizige Monsterjäger Ducarte und ein friedfertiger Kung-Fu-Mönch mit dubioser Vergangenheit zu ihrer Rettung auftauchen, verfolgt jeder seine eigenen geheimen Pläne. Doch jemand will der Prinzessin das Leben rauben. Das ungleiche Trio muss sich zusammenschließen, um eine Flucht über drei Kontinente anzutreten. Von der sengenden Wüste, zu frostbefallenen Wäldern, gelangen sie auf die Spur ihrer Verfolger. Doch je mehr sie die Verschwörung aufdecken, desto eher gerät ihre Heimat in Gefahr.  Als ein vermeintlicher Verbündeter die Helden unerwartet in die Arme des übermächtigen Feindes treibt, ist der einzige Ausweg, sich ihm zu stellen. Denn Praya erinnert sich langsam an ihre magischen Kräfte.  Ihre Familie hielt sie noch aus einem anderen Grund gefangen. (Quelle)

Meine Meinung: (Könnte kleine Spoiler enthalten, die für die Rezension leider notwendig sind. Fazit ist aber wieder spoilerfrei!) Der Autor bot mir sein Buch als Rezensionsexemplar  an und zu Beginn war ich, das muss ich zugeben, sehr skeptisch, da der Klappentext weder außergewöhnlich noch spannend, sondern wie jeder andere klang. Und im Nachhinein haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet, wenn nicht sogar schlimmer.


Gleich zu Beginn wird man direkt ins Geschehen „geworfen“. Eine Actionszene jagt die nächste und während ich mich frage, warum der Protagonist Ducarte Prinzessin Praya entführt, fliehen er, sie und der Mönch Chauhan auch schon. Einfach mal so. Keiner kennt sich, aber weil da ja noch andere böse Jungs sind, geht die Prinzessin einfach mal mit den weniger bösen Jungs mit. Oooookay. Nein, eigentlich nicht. Denn obwohl der Klappentext schon andeutet, dass Prayas Eltern Dreck am Stecken haben, würde ich mich in ihrem Fall erst mal an meine Eltern und die eigenen Soldaten wenden… Warum Ducarte und Chauhan die Prinzessin „entführen“ erfährt der Leser erst kurz vor Ende. Und das war auch einer der Dinge, die mich sehr gestört haben. Neben den Beweggründen dieser etwas freiwilligen Entführung, erfährt man auch fast nichts über den Protagonisten. Und ganz nebenbei: das Buch wird aus seiner Perspektive erzählt.
 
Komme ich doch gerade gleich zu den Charakteren und insbesondere Ducarte. Ein prahlender, angeberischer Großkotz. Sorry, erst lamentiert er darüber, dass er noch NIE jemanden absichtlich getötet hätte, weil Moral und Kodex und so, aber das spielt scheinbar nur auf den ersten 15 Seiten eine Rolle und wird sonst gar nicht mehr erwähnt. Also  überflüssig. Er gehört zu den „Blutigen Jägern“ und ist legendär! Dennoch ist er verdammt knauserig was seine Vergangenheit betrifft. Man erfährt praktisch nichts. Hinzu kommt, dass Ducarte echt schmierig ist (mir ist kein freundlicheres Wort für sexistisch und pervers eingefallen), obwohl man ihn, glaube ich, schon sexistisch nennen könnte. Denn am Ende verrät er dem Leser, dass er Praya nur gerettet hat, weil er Kinder mit ihr haben möchte… Des Weiteren spielen er, Chauhan und ein paar andere während einer Schiffsfahrt bei dem Kartenspiel „Drei Königreiche und ein Pharao“ um sie. Sie protestier ein kleinwenig, aber das war’s. Und das geht, meiner Meinung nach, absolut nicht in Ordnung. Um Frauen wird nicht gespielt als wären sie Objekte! Hallo?! Emanzipation? Gleichberechtigung? Sexismus?

Da wir nun auch bei Praya sind…Die perfekte Prinzessin. Wunderschön, super klug, kann zaubern, lernt sehr gut kämpfen,… Merkt ihr was? Ich auch. Und der Autor mitten während seines Schreibprozesses auch, denn er lädt ihr einen Crash-Kurs zum Thema Kämpfen während besagter Schiffsfahrt auf und oh Wunder! Sie lernt natürlich super schnell und wird super gut und überhaupt alles super… nicht. Praya war mir zu Beginn noch ziemlich egal, genauso wie Chauhan und Ducarte, aber sie wandelt sich immer mehr zu einer nervigen Prinzessin, die einfach immer alles kann und besser weiß. Ja, kein Wunder, dass da der Bösewicht nur verlieren kann! Also der Versuch, aus Praya eine schlagfertige Kriegerin zu machen, ist definitiv danebengegangen, zumindest sehe ich das so.


Kommen wir zu dem Buch und seinem Inhalt selbst. Wie ich schon schrieb, jagt eine Actionszene die andere und allgemein ist das Buch förmlich überladen, soviel hat der Autor an fantastischen Elementen reingeklatscht. Apokalyptische Reiter, ein böser König, verloren gegangene Königreiche, ein totgeglaubter Kaiser, Zwerge, Tieflinge, Tiermenschen, Barbaren,… Mir schwirrt der Kopf. Daraus folgt, dass ich das Buch als wahnsinnig langweilig empfunden habe und ihm eigentlich gar nichts abgewinnen konnte. Es konnte mich weder packen, noch irgendwelche guten Aspekte (inhaltlich) aufweisen. – Eins möchte ich dem Autor aber lassen, er hat einen relativ guten Schreibstil und das Buch lässt sich daher auch ganz gut runterlesen.

Fazit: Ein Buch der Klischees. Vorhersehbar. Unauffällig im Meer der Fantasy-Bücher. Weder packend noch spannend. Einfach nur langweilig. Dabei hatte ich gehofft, dass der Autor mich trotz meines Bauchgefühls, überraschen würde… So kann’s gehen. Ein von fünf Sternen.


Vielen Dank, an den Autor für das Rezensionsexemplar.

 

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