Dienstag, 8. August 2017

The Hate U Give

The Hate U Give
Angie Thomas


Format: Hardcover (US Ausgabe)

Seiten: 444

Preis: 9,49 (Amazon) und 17,99 US Dollar

Erscheinungsdatum: 28.02.2017

Verlag: Harper Collins (Balzer + Bray)

ISBN: 9780062498533

Inhalt: Sixteen-year-old Starr Carter moves between two worlds: the poor neighborhood  where she lives and the fancy suburban prep school she attends. The uneasy balance between these worlds is shattered when Starr witnesses the fatal shooting of her childhood best friend Khalil at the hands of a police officer. Khalil was unarmed.
Soon afterward, his death is a national headline. Some are calling him a thug, maybe even a drug dealer and a gangbanger. Protesters are taking to the streets in Khalil's name. Some cops and the local drug lord try to intimidate Starr and her family. What everyone wants to know is: what really went down that night? And the only person alive who can answer that is Starr. But what Starr does - or does not - say could upend her community. It could also endanger her life. (Quelle)

Meine Meinung: Wie wird man einem Buch gerecht, dass nicht nur den Erwartungen und dem Hype gerecht wird, sondern zusätzlich noch darüber hinaus geht? - Diese Frage beschäftigt mich seit ich das Buch ausgelesen habe.
Das Buch wurde von der Black Lives Matter Bewegung 2010 inspiriert und die Autorin Angie Thomas möchte mit ihrem Debütroman die menschliche Seite von solchen Fällen, in denen unbewaffnete Schwarze von weißen Polizisten erschossen wurden, zeigen. Sie möchte Menschen die Gefühle verstehen lassen, die besonders Schwarze in solchen Fällen haben. - Meiner Meinung nach ist dies der Autorin gelungen, sehr sogar. THUG ist ein Buch das mich zum Weinen und zum Lachen gebracht hat. Das mich wütend, traurig, sprachlos gemacht und mich vollkommen beeindruckt hat. Dieses Buch hat die Ungerechtigkeit und den Rassismus aufgewiesen, denen Schwarze täglich ausgesetzt sind. Genauso wie die Ignoranz und Arroganz weißer Menschen, die mich so unfassbar wütend gemacht haben.
THUG ist nicht einfach nur ein Jugendbuch. Es ist ein Spiegel der Gesellschaft, den uns Angie Thomas vor die Nase hält. Für mich sind Nächte in denen auf den Straßen geschossen werden vollkommen fremd. Ich muss mich nicht in der Schule verstellen, damit meine Mitschüler nicht über mich als das "Mädchen aus dem Ghetto" denken. Ich muss mich nicht mit Mitschülern quälen die in ihrer Arroganz und Ignoranz, einen toten Jungen dazu benutzen schulfrei zu haben, rassistisch sind und mich durch rassistische Witze, die eigentlich toootaaal lustig gemeint waren, zutiefst verletzen. Ich muss keine Angst davor haben, dass mich ein Polizist nur aufgrund meiner Hautfarbe für gefährlich hält und mich wohl möglich erschießt, weil ich eine falsche Bewegung mache oder er eine schwarze Haarbürste für eine Pistole hält...
Nur weil etwas für mich normal ist, heißt das nicht, dass das auch für andere gilt. Genauso umgekehrt. "Normal" ist sowieso das falsche Wort um Lebensverhältnisse etc. zu beschreiben. Und so hat THUG mir eine vollkommen unterschiedliche Welt aufgezeigt und wie gut es mir als weiße, privilegierte junge Frau geht, der alle Türen offen stehen.

"Brave doesn't mean you're not scared, Starr," she says. "It means you go on even though you're scared. And you're doing that." 
Seite 331

Der Titel dieses Buches lautet: "The Hate U Give" und abgekürzt: THUG (Gangster) und wurde von dem Tattoo des Rappers Tupac inspiriert: THUG LIFE (the hate u give little infants fucks everybody) und dieses Motto zieht sich durch das ganze Buch. Der Hass den man Kindern mitgibt fällt auf jeden irgendwann zurück.  - Aus dem Täter wird ein Opfer und aus dem eigentlichen Opfer wird ein Täter gemacht. Khalil soll also selbst daran schuld sein, erschossen worden zu sein, weil er mit Drogen gedielt hat und möglicherweise auch noch ein Gangster und Gangmitglied gewesen ist. Wie wenn Frauen beschuldigt werden, an ihrer Vergewaltigung selbst schuld zu sein, weil sie sich zu aufreizend angezogen und damit provoziert hätten. Man sieht etwas und urteilt sofort. Man geht nicht darauf ein, versucht nicht zu verstehen und nachzuvollziehen, denn "Oh weh" am Ende ist man selbst noch
schuld. - Angie Thomas weißt hier also auf die Ungerechtigkeit, den Rassismus und die Ignoranz und Arroganz weißer Menschen auf. - Dieses Buch hat mir teilweise das Gefühl gegeben, zu jedem Schwarzen auf dieser Welt zu gehen und mich dafür zu entschuldigen was Weiße getan haben unter dem Schwarze leiden mussten. Ich möchte mich mehr mit meinen weißen Privilegien auseinander setzen, ebenso mit Alltagsrassismus und sensibler dafür werden, was ich sage, damit ich andere nicht ungewollt verletze. Denn am Ende fällt alles auf mich zurück. Man erntet was man sät.

What's the point of having a voice if you're gonna be silent in those moments you shouldn't be?
Seite 252

Kommen wir zu dem Buch als Jugendbuch und wie ich "normale" Jugendbücher eigentlich
rezensieren würde. - Die Autorin hat viele verschiedene, glaubwürdige und realistische Charaktere erschaffen. Sie konnte mich fesseln und hat meine Gefühle und meine kleine, heile, weiße Welt durch den Fleischwolf gedreht.
Manchen mögen das Leben von Starr als unrealistisch empfinden, weil sie in einem Viertel lebt in dem offen auf der Straße geschossen wird, Menschen sterben, mit Drogen gedealt wird und in dem man entweder zu einer Gang gehört oder nicht. Diese Menschen haben sich nicht gut genug informiert, denn das ist die nackte Realität, nicht nur von Starr, sondern von vielen Schwarzen in Amerika. Allerdings geht es Starr vergleichsweise sogar noch richtig gut. Klar, mit Khalil hat sie gleich zwei beste Freunde sterben sehen und ihr Vater ist ein Ex-Knasti. Aber ihre Eltern haben beide einen Job, sie und ihre Brüder gehen auf eine Privatschule und nicht auf die lokale Schule, wo sie keine gute Bildung erhalten würden. Starrs Eltern lieben sich, lieben ihre Kinder und schaffen es trotz einiger, wirklich harter Probleme zusammen zu bleiben und für ihre Kinder immer da zu sein. Ihre Beziehung und Starrs Beziehung mit Chris sind wirklich realistisch, "richtig" und ein besseres Vorbild als so viele andere Beziehungen in Jugendbüchern. Starrs Mutter Lisa ist ein wundervoller Charakter! Sie ist stark, selbstbewusst und ist immer für ihre Kinder und besonders Starr da, um sie zu unterstützen, sie zu stärken und gegebenenfalls zu schützen. Wir brauchen keinen Sam. Was wir brauchen ist eine Lisa! 

Fazit: Ich hoffe, dass ich diesem Buch irgendwie gerecht werden konnte. Zumindest habe ich es versucht. Ich hoffe auch inständig, dass ihr versteht was ich meine und dass ihr dieses Buch auch lesen werdet. Denn dieses Buch ist wichtig für uns Menschen und unsere Gesellschaft. Es regt zum Nachdenken an und zeigt wie viel Ungerechtigkeit es noch gibt, die wir beseitigen müssen. 

Ich möchte meine Rezension mit Lisas Worten beenden: "Sometimes you can do everything right and things will go wrong. The key is never stop doing right.

Weitere Rezensionen zu "The Hate U Give":

Kommentare:

  1. Hallo!

    Ja, ich kann verstehen, dass man Bedenken hat, die richtigen Worte für dieses Buch zu finden! So geht es mir im Moment auch noch und ich bin froh, durch die Aktion nun einige Rezensionen zu diesem Werk gefunden zu haben..

    Ein schöner Blog und ich bin gerne als Leserin geblieben!

    Liebe Grüße!
    Eva von Astis Hexenwerk

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    1. Wenn ich nicht weiß, wie ich eine Rezension beginnen soll, dann lese ich oft andere zu dem Buch um mich "inspirieren" zu lassen. ^^
      Aww, das freut mich! Herzlich willkommen!

      LG
      Hanna

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