Sonntag, 24. September 2017

Angie und ich (Teil 2)

Oder wie ich Angie Thomas umarmte

Nachdem ich auf der Veranstaltung im Literaturhaus war, hatte ich bis 17.30 Uhr Zeit mich anderweitig zu unterhalten. Um diese Zeit totzuschlagen, war ich sehr oft im Hugendubel, bin zwischen dem Erdgeschoss und dem Untergeschoss hin und her gewandert und bin doch immer in der Abteilung mit den englischen Büchern gelandet. Schlussendlich kaufte ich das neue Buch von Adam Silvera They both Die at the End. Ich habe mein Buch The Archived von Victoria Schwab (V. E. Schwab) weiter gelesen, welches mir bisher sehr gut gefällt! Ich habe mir einen Kakao bei Backwerk geholt, war im Elbenwald stöbern, habe Tee probiert und eingekauft und habe mich bei Lush zu den verschiedensten Produkten beraten lassen und habe am Ende zwei Badebomben (mit Glitzer! *-*) gekauft.
THUG signiert
Das Haus am Dom zu finden gestaltete sich auch leider etwas schwieriger, allerdings hatte ich damit gerechnet und deswegen in weiser Voraussicht etwas mehr Zeit eingeplant, sodass ich, nachdem ich bei der Touristeninformation war ^^, auch pünktlich und als erste beim Haus am Dom ankam. Dort wartete auch eine kleine Überraschung auf mich. Hieß es in der Mail noch, ich würde Angie mit anderen Bloggern zusammen treffen, traf ich eigentlich Angie mit den Meet&Greet Gewinnern für Frankfurt. Die Verlagsvertreterin sammelte uns nach einem kleinen Missverständnis mit der armen, unwissenden Empfangsdame vom Haus am Dom ein und führte uns zu dem kleinen Konferenzraum, wo Angie schon mit Kaffee und Kuchen auf uns wartete. Die Gewinnerinnen waren sehr nett und auch Angie war, wie ich schon schrieb, super sympathisch, nett und freundlich und meine Aufregung legte sich erstaunlich schnell. Ich stellte Angie meine Fragen, unterhielt mich mit ihr ein bisschen und auch die anderen stellten die ein oder andere Frage.

Da ich in etwa einem viertel bis halben Jahr (wenn wir das Thema Rassismus gegenüber Schwarzen in den USA haben) eine Präsentation über THUG in meinem Englisch LK halten werde, fragte ich sie, warum vielleicht auch gerade weiße junge Leser dieses Buch lesen sollten. Angie antwortete mir, dass THUG für solche Leser wie mich ein Fenster in eine andere Welt sei. Dieses Buch würde unsere Empathie gegenüber Schwarzen fördern, uns helfen zu verstehen und uns für Dinge, Themen und Probleme sensibilisieren, die wir nicht kennen und uns dazu bringen uns auch gegen Rassismus und Vorverurteilung auszusprechen. Wir hier in Deutschland haben vielleicht nicht dieses Rassismus Problem mit Schwarzen, weil nicht so viele Schwarze in Deutschland leben wie in Amerika, aber dafür Türken. So erzählte jemand Angie auf ihrer Deutschland Tour, dass viele Türken oder Deutsch-Türken oft Rassismus erlebten und ähnliche Erfahrungen mit der Polizei hätten wie die Schwarzen in Amerika (keine Morde, sondern einfach das misstrauische Verhalten der Polizei gegenüber diesen Menschen).

Ich fragte sie auch danach, was sie sich von uns Weißen wünscht. Also was ihre Tipps an uns sind, wie wir sensibler für diese Kultur und den Rassismus usw werden. Wir sollen zuhören. "Listen." Wir sind Menschen, jeder macht Fehler, also auch rassistische Aussagen. Jeder (ja, auch ich (also Hanna)). Wir sollen von unseren Fehlern lernen, weitergehen und wachsen und "besser", sensibler werden. Aber in allererster Linie zuhören und uns nicht gleich angegriffen fühlen, wenn uns jemand darauf hinweist, dass wir gerade nicht nur was verletzendes sondern auch rassistisches gesagt haben.
Durch Elif und Fabian habe ich auch erfahren, dass einige deutsche Leser THUG leider nicht verstanden haben und daher nach der weißen Perspektive fragen und behaupten THUG sei gegenüber uns Weißen rassistisch ( wie zB Hailey).  Angie erzählte mir, THUG sei als allererstes ein Buch für Leser die sich in YA Büchern nicht wiederfinden und mit den Protagonisten nicht identifizieren können, einfach weil die meisten Protagonisten aus der weißen Mittelschicht stammen. Die Alltagsprobleme sind anders, genauso wie Freunde, Kultur, etc. Außerdem wollte Angie mit dem Buch den Lesern die Gefühle und Gedanken der Schwarzen zu solchen Fällen näher bringen, da hat eine weiße Perspektive gar nichts zu suchen, die sieht man ja auch ständig in den Nachrichten und in YA. Angies direkte Antwort auf meine Frage, dass Weiße das Gefühl haben, ihr Buch sei ihnen gegenüber rassistisch? "I don't care about your feelings." Recht hat sie.

Angie und ich
Natürlich war ich auch sehr neugierig worüber ihr nächstes Buch handelt. Angie verriet mir, es würde wieder um ein 16 jähriges Mädchen gehen, dass dieses Mal durch HipHop ihre Stimme findet. Ich bin schon sehr gespannt!!

Zum Schluss ließen die anderen ihre Exemplare von THUG signieren und wir alle bekamen noch einmal ein Exemplar der deutschen Übersetzung geschenkt. Wir machten auch Fotos, ein Gruppenbild und jeder mit der Autorin ein einzelnes. Und das Beste? Ich durfte Angie Thomas sogar umarmen!! Hach *-* Ich war in dem Moment so unglaublich glücklich! - Insgesamt war der Tag nämlich so viel besser als ich mir geträumt hatte, keine meiner Befürchtungen hatte sich bewahrheitet und ich bin anschließend grinsend wie ein Honigkuchenpferd nach Hause gefahren. :-D

Vielen Dank an Andrea Wolf und Verena Otto von Randomhouse die diesen wundervollen Tag für mich ermöglicht haben! Und auch vielen Dank an Angie Thomas, auch wenn du das hier eher nicht lesen wirst. ^^

Angie und ich (Teil 1)

Kommentare:

  1. Halli-Hallo!
    Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und finde ihn echt richtig toll - du hast jetzt auf jeden Fall eine Leserin mehr. :-)
    Das Design gefällt mir echt gut und die Texte sind schön geschrieben.
    Falls du dich auch ein bisschen für Kunst und ''Fairies'' (:-D) im weiteren Sinne interessierst, dann schau doch mal bei mir vorbei!

    Liebste Grüße!
    Chiara <33

    https://mia-louu.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen, vielen Dank! Das freut mich ungemein! :-D Dann herzlich willkommen und viel Spaß beim Stöbern!

      LG
      Hanna

      Löschen

Achtung! Mit dem Absenden deines Kommentars bestätigst du, dass du meine Datenschutzerklärung gelesen und akzeptiert hast. Dies betrifft auch die Datenschutzerklärung von Google.