Sonntag, 10. Dezember 2017

Girl in Pieces

Girl in Pieces
Kathleen Glasgow

Format: Taschenbuch

Seiten: 254

Preis: 10-11 EUR in der Buchhandlung

Erscheinungsdatum: 30.08.2017

Verlag: Delacorte Press

ISBN: 
9781101934715

Inhalt: Charlotte Davis is in pieces. At seventeen she’s already lost more than most people lose in a lifetime. But she’s learned how to forget. The broken glass washes away the sorrow until there is nothing but calm. You don’t have to think about your father and the river. Your best friend, who is gone forever. Or your mother, who has nothing left to give you.

Every new scar hardens Charlie’s heart just a little more, yet it still hurts so much. It hurts enough to not care anymore, which is sometimes what has to happen before you can find your way back from the edge. (Quelle)

Meine Meinung: Dieses Buch hat mich aufgrund seiner Thematik (Self-Harm) und aus persönlichen Gründen (ich bin nicht betroffen) interessiert. Auch schreibt hier eine Autorin, die dieses Buch schrieb, um ihre Vergangenheit, in der sie ebenfalls am Borderline Syndrom litt, zu verarbeiten.

Das Buch wird zu Beginn in sehr kurzen Abschnitten/Kapiteln geschrieben, da es kurz nach einem Vorfall spielt, bei dem Charlie sich geritzt hat und fast verblutet ist. Das Buch wird aus ihrer Sicht erzählt und vermittelt anfangs Taubheit, Distanz, Misstrauen aber auch Angst. Das empfand ich als sehr eindrucksvoll und die Autorin kostet dieses Stilmittel voll aus, sodass wenn Charlie sich öffnet und zugänglicher wird, auch die Abschnitte länger werden. War die Palette an Emotionen anfangs noch sehr eintönig und begrenzt, wird sie im Laufe der Handlung vielfältiger und bunter. - Später gibt es wieder einen Vorfall, der dazu führt, dass Charlie sich wieder ritzt und danach sind wieder die Abschnitte sehr kurz, etwa eine halbe Seite lang. Sie ist wieder sehr verschlossen, spricht nicht und es werden wieder Dinge wie Taubheit und Distanz vermittelt. Das fand ich sehr gut.

I say sadness what I really mean is black hole inside me filled with nails and rocks and broken glass and the words I don't have anymore.
Seite 20 
Die Darstellung von Self-Harm empfand ich als sensibel und einfühlsam und "gut". Charlie zum Beispiel möchte sich nicht töten, ihr hilft das Ritzen als Abbau von Druck, als eine Art Ventil für all die Gefühle und Gedanken in ihr, die sie überwältigen und mit denen sie nicht anders umgehen kann, als sich zu ritzen. - Self-Harm ist natürlich etwas sehr persönliches und individuelles und nicht pauschal auf andere die mit Self-Harm zu kämpfen haben, anwendbar. Dennoch wurden die Gründe für Self-Harm und Self-Harm an sich verständlich dargestellt, sensibel und einfühlsam eben. Es hat mir geholfen es zu verstehen.

Außerdem hat mir die Charakterentwicklung von Charlie sehr gut gefallen. Hat sie sich zu Beginn noch ihren Gefühlen und dem Drang zu Self-Harm hingegeben, entwickelte sich in ihr der Wunsch dagegen anzukämpfen. Allerdings war es sehr schwer für sie diesen Wunsch zu realisieren. Einmal weil ihre traumatische und wirklich krasse Vergangenheit ihr wie ein Klotz am Bein hing und dann verliebte sie sich auch noch in einen Alkoholiker, der sie mit hinunter gezogen hat in diesen Sumpf aus negativen Gedanken und Gefühlen.
Ein weiterer Pluspunkt waren auch die vielen anderen Charaktere in dem Buch. Jeder hat ein Päckchen mit sich zu tragen, manche sind einfach nur unsensible, egoistische und ignorante Ar***löcher und andere sind wirklich freundlich und hilfsbereit und es hat mich jedes Mal unglaublich gefreut, wenn jemand Charlie ehrlich geholfen hat. Etwas was ich allerdings nicht verstanden habe ist, dass Charlies Mutter so kalt und gefühllos ihrer Tochter gegenüber ist, sie nicht bei sich aufnimmt und sie auch nicht unterstützt. Solche Mütter sind für mich immer absolut surreal, weil die Liebe zwischen Mutter und Kind für mich das stärkste Gefühl der Welt ist und es hier fast nicht existent ist.
Charlies Hobby Zeichnen fand ich auch wundervoll! Darin verarbeitete sie auch ihre Gedanken und Gefühle sowie Erinnerungen. Etwas das ihr auch geholfen hat, ihr viel bedeutete und sie noch sympathischer machte!

Fazit:
Ein Buch, welches ich euch nur ans Herz legen kann! Sensibel und sehr einfühlsam erzählt und das Verständnis vermittelt.

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