Freitag, 6. April 2018

Bodypositivity statt Bodyshaming - Narben

Aufgrund der deutschen Übersetzung und Erscheinung von "Dumplin'" von Julie Murphy hat Vera von Chaoskingdom eine Aktion ins Leben gerufen die sich "Bodypositivity statt Bodyshaming" nennt.
Bei Bodypositivity geht es darum sich selbst zu akzeptieren, zu mögen und vielleicht auch irgendwann zu lieben und zwar so wie man ist, mit all seinen "Imperfections" aber auch "Perfections". Bodyshaming hingegen bedeutet, dass man mit seinem Körper unzufrieden ist und immer etwas findet, was man kritisieren kann. Um dem entgegen zu wirken gibt es diese Aktion. Denn jede/r ist gut so wie sie/er ist.

Ich mag an mir...
...meine Augen. Grün-braun-grau mit einem schwarzen Rand um die Iris herum.
...meine Lippen, weil sie so schön geschwungen sind.
...meine Narbe, weil sie mich an eine Schnecke erinnert und schon immer ein Teil von mir war, sowie meine zehn Zehen. ^^

Und weil ich schon einige gute Beiträge von anderen Bloggern zu dem Thema gelesen habe, die ich euch am Ende meines Beitrags verlinken werde, möchte ich näher auf meine Narbe eingehen und euch eine weitere sehr schöne Aktion vorstellen.

Meine Narbe ist ungefähr 13cm lang, an der dicksten Stelle sind es ca. 4cm und an der schmalsten Stelle ca. 3mm. Sie verläuft senkrecht, unterhalb der Brüste bis zum Bauchnabel, über meine Bauchdecke. Als Neugeborenes hatte ich eine Omphalozele, d.h. ich hatte eine offene Bauchnabeldecke, bei der die Haut über dem Bauchnabel so dünn war wie die Haut bei einem gekochten Ei. Normalerweise werden solche Babys per Kaiserschnitt zur Welt gebracht, aber da ich mich beim Ultraschall immer weggedreht habe, wusste niemand bis zu meiner Geburt, dass ich eine Omphalozele habe. Ich hatte Glück, bei der Geburt hätte einiges schief gehen können und obwohl ich wie Superman mit den Händen und Kopf zuerst zur Welt gekommen bin, ohne das mein Bauch geschützt war, ist nichts passiert. Danach wurde ich operiert und aus der Omphalozele wurde die Narbe, die aussieht wie eine Schnecke, weil sie sich an der Stelle meines Bauchnabels zusammen kringelt. Wie bei einer Schnecke und einem Schneckenhaus.


Die Narbe ist also für mich schon immer dagewesen so wie meine Ohren, Finger, Zehen und meine Nase. Sie gehört einfach dazu. Manchmal vergesse ich sie sogar, dann sehe ich in den Spiegel, sehe die Narbe... aber wer denkt schon groß über seine Zehen nach, wenn man z.B. Socken anzieht? Wirklich als Narbe, als etwas anderes oder besonderes, nehme ich sie nur wahr, wenn andere mich darauf ansprechen. Sei es nun der Junge im Kindergarten, der sich darüber lustig machte oder das Mädchen aus dem Sportunterricht, das deswegen begann zu weinen, weil es ihr irgendwie leid tat...
Und dann lag ich vor einigen Monaten nachts im Bett und ließ meine Gedanken schweifen, weil ich nicht einschlafen konnte. Mir fiel wieder der Instagram-Account behindthescars_ von Sophie Mayanne ein, die Menschen mit Narben fotografiert und ihnen die Chance gibt ihre Geschichte zu ihren Narben zu erzählen und so auf ihre ganz eigene Art Bodypositivity betreibt.

...that celebrates scars of all shapes and sizes.
Meine Narbe ist irgendwie auch meine"Imperfection", auch wenn ich sie als solche gar nicht wahrnehme. Aber ich habe auch keinen "normalen Bauchnabel". Google sagt: "Eine kleine runde Vertiefung am Bauch des Menschen". Die habe ich nicht, ich habe eher einen Knopf. Und wenn andere Leute meinen: "Boah, du isst heute aber viel! Hast du etwa ein Loch im Bauch?" Dann ist meine Standardantwort: "Nö, mein Loch im Bauch wurde zugenäht."

Ihr seht, ich bin eigentlich ziemlich glücklich mit meiner Narbe. Sie ist ein Teil von mir, ich finde sie schön. Aber es gibt auch Menschen die mit ihren Narben schmerzhafte und traurige Erinnerungen verbinden und die vielleicht gerade erst im Begriff sind, ihre Narben als ein Teil von ihnen selbst zu akzeptieren und mehr. Es gibt Menschen, die andere Menschen aufgrund ihrer Narben verurteilen und für hässlich erklären. Diese Menschen machen es anderen noch schwerer ihre Narben zu akzeptieren oder gar zu mögen.
Dabei können Narben auch etwas unglaublich schönes sein und vor allem beeindruckende Geschichten erzählen wie sie zum Teil auch bei "Behind the Scars" zu lesen sind. Menschen die eine schwere Krankheit besiegt haben oder ein Feuer oder einen Flugzeugabsturz und ein damit einhergehendes Feuer überlebt haben. Das sind Narben auf die man auf jeden Fall stolz sein kann. Aber auch Narben die Schmerz und Trauer und andere schlechte Gefühle und Erinnerungen bedeuten können in etwas Gutes verwandelt werden. Sie sind ein Zeichen von Individualität und ein ganz persönliches Make Up.

Chloe: "My scars tell my story, and I’m never going to let anyone else’s thoughts or opinions change that."
In diesem Sinne: Bodypositivity! Let's go!
(Ich möchte an dem Gewinnspiel übrigens nicht teilnehmen.)

Babsi - TheBlueSiren
Julias Wunderland
Katfromminasmorgul
Veras Aktion: Bodypositivity statt Bodyshaming

Behind the Scars

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