Sonntag, 6. Mai 2018

Durch das Lesen lernen

Wie wohl die meisten Leser von Unterhaltungsromanen auch, lese ich um in fremde Welten abzutauchen, um abzuschalten und aus dem Alltag zu flüchten. Nicht mehr in erster Linie, aber auch und für eine sehr lange Zeit war das auch der einzige Grund, warum ich so leidenschaftlich gerne las. Doch mittlerweile lese ich auch um mich zu informieren und um meinen Horizont zu erweitern. Dafür muss ich keine Sachbücher oder Bücher auf Feuilleton-Niveau lesen, sondern kann mich immer noch einfach in eine Geschichte fallen und mich begeistern lassen. Unterhaltung und Information in einem zu vereinbaren ist wirklich nicht schwer. Aber wo fängt man da an?
(Ich werde mich im Folgenden auf Themen wie Homosexualität, Rassismus, Feminismus, Transgender, Diskriminierung generell, Mental Health und Mental Ilnesses... beziehen, da ich persönlich mich mehr über diese Themen informieren möchte.)

1. Folge den "richtigen" Leuten auf Social Media.
Natürlich gibt es keine falschen oder richtigen Menschen (bis auf ein paar bestimmte Ausnahmen), aber es gibt Menschen die wirklich wissen über was sie da twittern oder allgemein reden. Die bestimmte Erfahrungen gesammelt haben und daher aus erster Hand erzählen können und einen einfach weiterbringen. Diese können dann einem auch Bücher und Autoren empfehlen.

Hier eine Liste meiner persönlichen Empfehlungen in keiner bestimmten Reihenfolge:
Linus von buzzaldrinsblog
Mareike von Crow and Kraken
Elif von the written word
Fabian von Herr Booknerd
Noah Sow
Sabine von Ant1heldin
Saskia von who is kafka
Anabelle von Stehlblüten

Von diesen Menschen habe ich bereits so unglaublich viel gelernt und werde auch bestimmt noch viel von ihnen lernen. Daher kann ich euch auch nur ans Herz legen ihnen zu folgen.

2. Lies dich in ein Thema ein (Zeitungs- oder Blogartikel)
Auch Artikel über Themen zu lesen und sich zu informieren ist trotz allem wichtig, damit man später auch die "richtigen" Bücher auswählen kann. Man kann sich schon einmal Hintergrundwissen aneignen und so später beim Lesen besser beurteilen, ob das was man liest berechtigt ist oder vielleicht auch nicht. Des Weiteren schafft es schon einmal ein gewisses Verständnis für verschiedene Themen.

Dennoch hat dies auch seine Tücken. Beim wahllosen Surfen durchs Internet zum Beispiel, da findet man durchaus sehr interessante Artikel zu kontroversen Themen, aber man sollte auch immer im Hinterkopf behalten wer den jeweiligen Artikel geschrieben hat. Beispiel? Weiße Menschen die es total übertrieben finden, wenn andere Menschen meinen sich als Native American zu verkleiden ist weder lustig noch in Ordnung (was auch absolut nicht in Ordnung geht), obwohl sich schon betroffene Personen dagegen ausgesprochen haben wie zum Beispiel durch die Aktion "my culture is not a costume". Also so viel dazu. In einem weiteren Beitrag explizit zu Rassismus, werde ich da noch einmal drauf eingehen.

3. Lies Bücher 
Es gibt immer mehr Jugendbücher die unterhalten und gleichzeitig wichtige Themen beinhalten. Nicht jedes Buch wird inhaltlich flauschig und rosa-rot sein, weil manche Themen das auch einfach nicht sind. Dennoch haben die meisten Bücher ein hohes Unterhaltungspotenzial, also können einen Leser genauso sehr fesseln, begeistern und mit dem Protagonisten mitfiebern lassen wie andere Jugendbücher auch.
Die Ausrede "Die Welt ist doch eh schon so schei*e, ich möchte mal was schönes lesen!" zieht nicht. Lesen fördert die eigenen Sozialkompetenzen und das Empathievermögen und beeinflusst. Vor allem beeinflusst uns lesen und das im positiven wie auch negativen Sinne.

Am Welttag des Buches twitterte die ZDF heute-show: "Ein Buch: 500 Seiten und keine Hasskommentare. Sowas kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen." Selten so gelacht. Dafür beinhalten die gängigen 0815-Jugendbücher heutzutage Rape Culture, Toxic Relationships, Sexismus, White Washing etc. Sie vermitteln gesellschaftliche Erwartungen und Ansichten, die einfach ungesund und absolut verwerflich sind und kritisch hinterfragt werden sollten.
Mareike von Crow and Kraken greift zum Beispiel in ihrer Rezension zu ACOTAR das Thema Rape Culture auf. In einem anderen Beitrag spricht sie über fehlende Cultural Appropriation und White Washing in Jugendbüchern und auch Anna von Ink of Books erzählt in einem Blogartikel wie Bücher ihre Erwartungen an Beziehungen beeinflusst haben. Es ist einfach ein Fakt das Lesen unsere Meinung und unser Weltbild beeinflusst und wir deswegen nicht einfach alles lesen sollten, sondern unser Leseverhalten zumindest kritisch hinterfragen und aus unserer Komfortzone heraus lesen sollten. Das kann man verwirklichen indem man eben Bücher liest, die diverse Themen beinhalten.

Empfehlungen meinerseits wären:
The Hate U Give von Angie Thomas
Als ich Amanda wurde von Meredith Russo
Mädchen in Scherben von Kathleen Glasgow
Dear Martin von Nic Stone
George von Alex Gino
Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow

Kommentare:

  1. Hallo,
    ein wirklich interessanter Beitrag. Ich stimme dir da zu, man muss nicht immer nur leichte Lektüre lesen. Und heutzutage hat man eine so große und gute Auswahl an Büchern mit wichtigen Themen.
    Allerdings bin ich ein großer Thrillerfan und ab und zu lese ich dann doch einfach nur um mich zu unterhalten. Das muss auch sein. :)
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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    1. Das kann ich absolut verstehen, obwohl man ja Vergnügen und Weiterbildung auch mittlerweile gut miteinander verbinden kann. Gerade für nicht marginalisierte Menschen ist es leicht einfach nur zur Unterhaltung zu lesen, aber marginalisierte Menschen können das eher weniger, weil sie entweder nicht repräsentiert werden oder man sich auf ihre Kosten unterhält und manchmal auch beides. Da ist es sehr wichtig, dass man sich für mehr Diversität und Inklusion in Büchern einsetzt.

      LG Hanna

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  2. Liebe Isana,

    ich möchte deinen Beitrag gern ausdrucken und anhängen. Wirklich großartig und so wichtig! Viele tun so, als ob Bücher, in denen marginalisierte Gruppen aufgegriffen, thematisiert oder sogar von jemanden aus dieser Gruppe geschrieben sind, automatisch schlechter oder nicht mehr unterhaltsam sein können. Dabei ist das doch das großartige an Literatur: Dass man ein Buch liest, das Spaß macht/Wissen vermittelt/Problematiken thematisiert, gemeinsam mit dem Leser. Man muss sich nur die Zeit für solche Bücher nehmen und aus dem eigenen Kosmos rausdenken und darüber hinaus darüber nachdenken, wen man sinnvollerweise damit unterstützen kann. Denn auch wenn Bücher Spaß machen sollen, reicht Identitätsflucht schon lang nicht mehr. Lesen ist politisch geworden.
    So ein wichtiger Beitrag!

    Liebe Grüße,
    Laura

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    1. Oh, vielen Dank! ^^ Dabei kratzt dieser Beitrag meiner Meinung nach nur an der Oberfläche des Problems. Aber ja, Lesen ist mittlerweile definitiv politisch und Menschen die das nicht so sehen, sind wahrscheinlich zu unreflektiert und privilegiert um das zu erkennen.

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